Insel-Lanzenotter

Aus Herpetologie

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Insel-Lanzenotter
Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen
Familie: Vipern
Gattung: Amerikanische Lanzenottern
Art: Insel-Lanzenotter
Wissenschaftlicher Name
Bothrops insularis
Amaral, 1922

Die Insel-Lanzenotter (Bothrops insularis) ist eine Schlangenart aus der Familie (Biologie)|Familie]] der Vipern. Sie ist endemisch auf der im Atlantik vor dem Bundesstaat São Paulo gelegenen brasilianischen Insel Queimada Grande. Die Insel ist nur 43 Hektar groß.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale

Die Insel-Lanzenotter wird im Mittel 70 cm lang (Gesamtlänge), maximal sind bisher 118 cm Gesamtlänge nachgewiesen. Die Art ist im Vergleich zu anderen Lanzenottern recht schlank. Die Grundfarbe der Oberseite ist hellbraun bis goldfarben. Darauf findet sich eine Zeichnung dunkler, dreieckiger oder quadratischer Flecken, die schmal oder breit sein können und an der Rückenmitte entweder gegenüber stehen oder alternieren. Die Fleckung kann auch sehr schwach sein oder vollständig fehlen.

[Bearbeiten] Lebensweise

Sie lebt im Buschwald und im dichten Gras der Insel und ist überwiegend baumbewohnend (arboricol). Aufgrund elektronische Markierungen konnte man bei einigen Exemplaren feststellen, dass sie jahrelang die Bäume nicht verließen.

Die Art ernährt sich heute überwiegend von Vögeln. Bei einer Untersuchung machten Vögel 85% der Beute aus, weiterhin wurden bisher andere Schlangen und Tausendfüßer als Nahrung nachgewiesen. Man nimmt an, dass sich die Art sich seit der Trennung der Insel vom heute 36 km entfernten Festland (vor etwa 15.000 Jahren während der Eiszeit) aufgrund ihrer Ausbreitung und Verdrängung anderen Lebens auf Vögel als Nahrungsquelle spezialisiert hat. Die Vögel rasten nur zweimal jährlich auf Queimada Grande während ihres Vogelzugs. Die Insel-Lanzenotter jagt nicht aktiv, sondern wartet im Baum, bis ein Vogel in Reichweite rastet.

Sie entwickelte durch Inzucht vier Geschlechter. Neben männlichen und weiblichen Exemplaren gibt es männliche Tiere mit weiblichen Geschlechtsorganen und ebenso umgekehrt; unter den letzten beiden Geschlechtern scheinen sich echte Zwitter (Selbstbefruchter) zu befinden.

[Bearbeiten] Gift

Das Gift der Art weist etwa die fünffache Konzentration dessen der Jararaca-Lanzenotter auf. Das Gift ist vermutlich so stark, damit gebissene Vögel kaum noch wegfliegen können. Versuche ergaben, dass das Gift Mäuse binnen 2 Sekunden tötet. Es ist daher für die pharmazeutische Forschung sehr interessant.

[Bearbeiten] Trivia

Der Leuchtturm der Insel wird heute automatisch betrieben, da mehrere Wärter durch Schlangenbisse verstarben. Der Zutritt zur Insel ist aufgrund der sehr hohen Giftschlangendichte nur Wissenschaftlern erlaubt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Jonathan A. Campbell, William W. Lamar: The Venomous Reptiles of the Western Hemisphere. Comstock; Ithaca, London. 2004. ISBN 0-8014-4141-2

[Bearbeiten] Weblinks

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