Korsischer Scheibenzüngler

Aus Herpetologie

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Korsischer Scheibenzüngler
Datei:Discoglossus montalentii.jpg
Korsischer Scheibenzüngler (Discoglossus montalentii)
Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie:
Familie: Scheibenzüngler
Gattung: Eigentliche Scheibenzüngler
Art: Korsischer Scheibenzüngler
Wissenschaftlicher Name
Discoglossus montalentii
Lanza, Nascetti, Capula & Bullini, 1984
Datei:Korsika-satelite.jpg
NASA-Satellitenbild Korsikas

Der Korsische Scheibenzüngler (Discoglossus montalentii; Schreibweise manchmal auch montalenti) wurde taxonomisch erst im Jahr 1984 als eigene Art definiert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde dieser Froschlurch nicht vom Sardischen Scheibenzüngler (D. sardus) unterschieden. Ähnlich wie der Korsische Feuersalamander ist die Art nach dem bisherigen Kenntnisstand endemisch nur auf der Insel Korsika verbreitet. Den Korsischen Scheibenzüngler findet man stellenweise mit dem Feuersalamander vergesellschaftet; insbesondere in den höheren Bergregionen der Insel teilen diese Amphibien sich die Laichgewässer (z.B. im Restonica-Tal). Die im Hochgebirge lebenden Populationen durchlaufen eine Winterruhe von mehreren Monaten.

Wie beim Korsischen Feuersalamander stellt sich auch bei dieser Art die Frage, wieso sie nur auf Korsika verbreitet ist. Hinsichtlich der Tiergeografie wirft die tyrrhenische Region da noch viele Fragen auf, deren Lösung nur über intensive geowissenschaftliche Forschungen erlangt werden kann. Mehr Aufschluss ergeben sich möglicherweise durch vergleichende Studien der Tiefenkarten des Meeresbodens des Mittelmeers rund um die Tyrrhenischen Inseln. Die in diesen Bereichen vorherrschenden Dislokationen, die auf den Satellitenbildern (z. B. Google.maps) deutlich erkennbar sind, werden bereits beim Tyrrhenischen Laubfrosch angesprochen. Erschwerend hinzu kommt der flächenhaft ausgeprägte Vulkanismus (z. B. Ätna, Vesuv) der die Lithosphären des Meeresbodens in dieser Region noch zusätzlich verformt hat. Einige der Tyrrhenischen Inseln selbst, sind erst durch Vulkanismus entstanden (z. B. Capraia).

[Bearbeiten] Merkmale, Vorkommen, Lebensweise

Die Kopf-Rumpf-Länge des Korsischen Scheibenzünglers liegt bei adulten Tieren bei etwa 8 Zentimetern. Insgesamt wirken die Scheibenzüngler kurz und gedrungen im Vergleich etwa zu Echten Fröschen. Die vorderen Zehen sind kräftig und haben teilweise eine verdickte Basis. Es ist davon auszugehen, dass die Tiere sich im Boden eingraben, um die vor allem im Hochgebirge kalten Nächte zu überleben. Möglicherweise ziehen sie sich auch in das zerklüftete Lückensystem zwischen die Felsen zurück. Aufgrund fehlender Schallblasen ist der Paarungsruf der Männchen leise. Er entspricht einem rollendem "raa...a" im tieferen Frequenzbereich. Das Trommelfell ist äußerlich nicht erkennbar. Beobachtungen ergaben, dass die Tiere mehrmals im Jahr ablaichen können. Die Gelege bestehen aus mehreren kleinen Eiklumpen, die auf den Grund des Gewässers absinken.

Dort, wo die alten Landmassen aus rotem Porphyrgestein (geologische Formation des Rotliegenden) sich aus dem Tyrrhenischen Meer emporgehoben haben (beispielsweise im Bereich von Haut-Asco), findet man die auffällig dunkelrot- bis braunrot gefärbten Kaulquappen des Korsischen Scheibenzünglers bis auf einer Höhe von 1400 m NN. Die rötliche Färbung der Tiere verliert sich im Laufe der Entwicklung und des Lebensalters immer mehr. Nach der Metamorphose verbleibt eine bräunliche Rücken-Pigmentierung der Hautoberfläche, die je nach Stimmungslage des Frosches von schmutzigem Grau bis Dunkelbraun – gelegentlich fast bis ins Schwärzliche variieren kann. Man kennt solche farbliche Adaption der Hautpigmente auch von anderen wechselwarmen Organismen, insbesondere wenn sie sich überwiegend in kühleren Lebensräumen aufhalten (z.B. Kreuzotter). Ein dunkel gefärbter Organismus kann die Sonneneinstrahlung schneller als wärmespendende Energiequelle ausnutzen als ein hell gefärbter. Insgesamt betrachtet verfügt die Art über eine große farbliche Varianz der Hautoberfläche.

[Bearbeiten] Artenschutz

Gesetzlicher Schutzstatus

[Bearbeiten] Weblinks

Datei:KorsikaRestonica.jpg
Stillwasserzone des Restonica- Flusses
Datei:Discoglossus montalenti Larve.JPG
D. montalentii, Larve in der Metamorphose mit bereits deutlich entwickelten Warzenreihen (Pfeile)
Persönliche Werkzeuge