Reptilien
Aus Herpetologie
| Reptilien | ||||||||||||
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| Bartagame (Pogona vitticeps) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Reptilia | ||||||||||||
| Laurenti, 1768 | ||||||||||||
| Ordnungen | ||||||||||||
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Die Kriechtiere (Reptilia) oder Reptilien (lat.: reptilis - kriechend) bilden eine Klasse der Wirbeltiere, genau am Übergang zwischen den niederen und höheren Vertebraten. Als phylogenetisches Taxon oder als geschlossene Abstammungsgruppe müssten sie auch die Vögel beinhalten (Sauropsida). In der hier wiedergegebenen klassischen Zusammenstellung sind die Reptilien entsprechend keine natürliche Gruppe, sondern ein paraphyletisches Taxon, weil sie nicht alle Nachkommen ihres letzten gemeinsamen Vorfahren enthalten.
Reptilien besitzen einen Schwanz, Schuppen - Haut und vier Beine (allerdings bei Schlangen und einigen Echsen zurückgebildet). Kriechtiere atmen durch Lungen. Sie legen Eier oder gebären lebende Junge (eierlebendgebärend, ovovivipar) und entwickeln sich, im Gegensatz zu den Amphibien direkt, das heißt ohne Larvenstadium. Es sind ektotherme und wechselwarme (poikilotherme) Tiere, die ihre Körpertemperatur soweit wie möglich durch Verhalten regulieren (z.B. Sonnenbaden).
[bearbeiten] Biologie / Verbreitung und Lebensweise
Die rezenten (in der heutigen Zeit lebenden oder innerhalb der letzten 10.000 Jahre ausgestorbenen) Reptilien bevölkern alle Erdteile mit Ausnahme der Polargebiete; sie leben sowohl an Land als auch im Wasser. Die meisten von ihnen sind gute Schwimmer, d.h. auch primär terrestrische (an Land) lebende Arten können sich im Wasser z.B. zum Nahrungserwerb gut fortbewegen. Permanent oder größten Teils im Wasser leben z.B. Meeresschildkröten oder Seeschlangen. In den Tropen ist, aufgrund der dort herrschenden Temperaturbedingungen, die Artenanzahl und Formenvielfalt am größten. Kriechtiere sind poikilotherm, d.h. nicht in der Lage ihre Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur konstant zu halten. In den gemäßigten Klimazonen (z.B. Zentraleuropa, Teilen Nordamerikas) und den Subtropen (z.B. Mittelmeerraum, Kalifornien) ziehen sich Reptilien daher bei sinkenden Temperaturen zur Überwinterung zurück, die durchschnittlich 5 Monate dauert. In sehr heißen trockenen (ariden) Gebieten dagegen kann eine Sommerschlaf-Phase auftreten. Sehr unterschiedlich ist auch das Nahrungsspektrum: es sind alle Spektren vertreten von herbivor/frugivor (Pflanzen- und Früchtefresser), über insectivor (Insektenfresser), carnivor (Fleischfresser) bis zum omnivoren Typ (Allesfresser). Auch extreme Nahrungsspezialisten, wie z.B. die oviphagen Eierschlangen (Dasypeltis bzw. Elachistodon) kommen vor. Nicht selten unterscheidet sich das Nahrungsspektrum juveniler (heranwachsender) von dem adulter (geschlechtsreifer) Tiere.
[bearbeiten] Biologie / Allgemeine Kennzeichen
Die Haut der Reptilien ist drüsenarm bzw. –los und unelastisch; die Oberhaut bildet stets Hornschuppen oder –platten, die durch Knochenplatten verstärkt sein können. Wenn die Tiere wachsen – sie wachsen während ihres gesamten Lebens – müssen sie sich häuten. Alle Reptilien besitzen einen Schwanz, der bei manchen Arten der Kopf-Rumpf-Länge entspricht. Zwei Paar Gliedmaßen sind entweder sehr gut ausgebildet und der Lebensweise angepasst, reduziert, können aber auch gänzlich fehlen. Reptilien besitzen Lungen als Atmungsorgane, eine wesentliche Voraussetzung für das Leben an Land. Im allgemeinen dominiert bei Reptilien die Harnsäure unter den Stickstoff-hältigen Exkretstoffen. Bei einigen Landschildkröten, v.a. Bewohnern trockener Habitate, überwiegt dagegen Harnstoff.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Körperform
Diese ist in den einzelnen systematischen Ordnungen sehr unterschiedlich. Während Schildkröten rundlich bis ovale Körpergestalt haben, sind Echsen und Schlangen langgestreckt, wobei am Körper der Echsen Kopf, Rumpf und Schwanz am deutlichsten voneinander abgesetzt sind. Der Schlangenkörper fällt v.a. durch die fehlenden Gliedmaßen auf.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Haut
besteht aus einer mehrschichtigen Epidermis (Oberhaut) und einer Dermis (Lederhaut). Die Epidermis besteht aus einer äußeren Hornschicht aus abgestorbenen Zellen (Stratum corneum) und einer Keimschicht (Stratum germinativum) aus lebenden Zellen. Aus der Hornschicht gehen die verschiedenen Hornbildungen der Reptilien wie Schuppen, Platten, Tuberkel hervor. Die Lederhaut enthält Farbzellen, die die Körperfärbung und –zeichnung verursachen. Die Färbung kann sich durch den Einfluss verschiedener Reize, z.B. Temperatur und Erregungszustände aber auch altersabhängig verändern. Reptilien sind aufgrund ihrer Hautstruktur gut gegen Austrocknung geschützt.
Häutung: Schlangen häuten sich in einem Stück (Natternhemd). Dazu bildet sich zwischen der Horn- und der Keimschicht Flüssigkeit („Häutungsmilch“), die die beiden Schichten voneinander trennt damit sich das Stratum corneum abheben kann. Wenn dann bei der eigentlichen Häutung letztere abgestoßen wird, hat sich bereits eine neue Hornschicht gebildet. Schildkröten und Echsen (mit Ausnahme der Geckos und Skinke, die die gesamt Haut abstoßen) häuten sich in Fetzen.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Skelett
Der Schädel der Reptilien ist fast vollständig verknöchert. Die Wirbelsäule gliedert sich in eine Hals-, Brust-, Lenden-, Kreuzbein- und Schwanzregion, bei Schlangen aufgrund der fehlenden Gliedmaßen nur in eine Rumpf- und Schwanzwirbelsäule. Die Anzahl der Wirbel ist artspezifisch sehr unterschiedlich. Bei Echsen, z.B. Eidechsen und Geckos gibt es im Schwanzbereich präformierte Stellen, sog. Soll-Bruchstellen. Diese Echsen sind zur Autotomie befähigt; sie können bei Gefahr einen Schwanzteil abwerfen, der sich noch bewegt und so einen Räuber vom eigentlichen Beutetier ablenkt. Der Schwanz wird wieder regeneriert, enthält dann allerdings nur ein knorpeliges Stützelement, ist meist verkürzt und an der Bruchstelle verdickt. Alle Reptilien besitzen Rippen jedoch kein Brustbein (Sternum).
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Atmungssystem
Der Austausch der Atemgase erfolgt bei Reptilien in den Lungen. Dieses Organ ist von sackartiger Gestalt und mow. stark gekammert. Die Verbindung zur Außenwelt ist nur durch eine schmale Öffnung gegeben, den Kehlkopf, auf den die Luftröhre folgt. Damit wird das Austrocknen der Atemoberfläche (respiratorisches Epithel) verhindert. Die Lungen können aber auch andere Aufgaben übernehmen: so können z.B Schmuckschildkröten durch unterschiedliche Füllung der Lungen eine bestimmte Lage im Wasser einnehmen. Wasserlebende Reptilien können durch Hautatmung oder mittels der Maulschleimhaut Sauerstoff aus dem Wassere aufnehmen. Zahlreiche Wasserschildkröten haben blasige Ausstülpungen der Kloakenwand, die gut durchblutet sind. Mit diesen Analblasen ist ebenfalls eine Atmung möglich.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Herz-Kreislaufsystem
Reptilien besitzen 2 Kreisläufe, einen Lungen- und einen Körperkreislauf. Das Herz besteht aus 2 getrennten Vorkammern und 2 Kammern, die bei Schildkröten, Echsen und Schlangen nur unvollständig getrennt sind. Weiters verfügen sie noch über ein Nierenpfortadersystem, das venöses Blut aus dem hinteren Körperabschnitt und der Schwanzregion der Niere zuführt. Hauptaufgabe des Kreislaufs ist der Stofftransport: Atemgase (O2 und CO2), Nährstoffe, Botenstoffe (Hormone), Stoffwechselprodukte (Metabolite) und Abfallstoffe.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Verdauungssystem
Die Verdauung wird als Verarbeitung der Nahrung verstanden und umfasst mechanische und chemische (enzymatische) Vorgänge. Aus den Nahrungsstoffen müssen resorbierbare Verbindungen hergestellt werden, die aus dem Darmtrakt in die Blutbahn gelangen können. Die Verdauungsorgane sind dem Nahrungsspektrum angepasst. Die Maulhöhle enthält die unterschiedlich geformte Zunge, Zähne bzw. Giftzähne und verschiedene Drüsen. Die Zähne werden teils lebenslang ersetzt und fehlen nur den Schildkröten; diese besitzen stattdessen Hornscheiden, die bei manchen Arten einen regelrechten Schnabel bilden können. Giftzähne besitzen die Giftschlangen (im Oberkiefer) und die Krustenechsen (im Unterkiefer). Die Zunge steht im Dienste des Geschmack- und Geruchsinnes. Die Spitzen der gespaltenen Zunge der Schlangen und vieler Echsen werden beim Züngeln mit Duftstoffen beladen und dem Jacobsonschen Organ zugeführt. Weiters kann die Zunge beim Beutefang eine Rolle spielen (Chamäleons). Die Speiseröhre ist im allgemeinen stark erweiterungsfähig; der Magen von variabler Form. Der Darmkanal ist nahrungsspezifisch entwickelt: Carnivore haben einen langen Dünndarm, jedoch kurzen Dickdarm, Herbivore einen kurzen Dünn- aber mächtig entwickelten Dickdarm. Blindsäcke können vorkommen. Anhangsdrüsen des Darmes sind Bauchspeicheldrüse und Leber (samt Gallenblase). Der Darm mündet in die Kloake.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Exkretionssystem
Reptilien besitzen paarige Nieren, die gedrungen oder langgestreckt sein können. Ihre Harnproduktion ist gering, die Harnkonsistenz reicht von flüssig bis pastös. Meist ist der Harn von weißer Farbe. Der Harnleiter mündet in die Kloake; Schildkröten und Echsen besitzen eine Harnblase.
Wichtig:
• Durch Flüssigkeitszufuhr (Trinken, Baden, Luftfeuchtigkeit) wird auch verhindert, dass die Harnsäureausscheidung stagniert und sich Harnsäurekristalle in den Nierenkanälchen, den Gelenken und auf den Organüberzügen ablagern (Gicht).
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Fortpflanzungssystem
Reptilien sind getrenntgeschlechtlich und es findet eine innere Befruchtung statt. Die in den Eierstöcken produzierten Eier (mit unterschiedlich harter Schale) werden über Eileiter in die Kloake befördert.. Die in den Hoden entstehenden Spermien gelangen über Samenleiter in die Begattungsorgane. Schildkröten ♂ besitzen einen unpaaren Penis, Echsen- und Schlangen-Männchen paarige Hemipenes, die in Taschen auf der Bauchunterseite hinter der Kloakenöffnung zurückgezogen sind.
[bearbeiten] Anatomie und Funktion der Organsystem / Sinnesorgane
Sehsinn: durchwegs gut entwickelt; v.a. für das sog. Bewegungssehen für Beutefang und Flucht als auch für die soziale Kommunikation von großer Bedeutung. Das Auge besitzt ein oberes und unteres Augenlid, die verschiedene Veränderungen erfahren können. So besitzen manche Skinke ein durchsichtiges „Fenster“ im unteren Lid, Schlangen und Geckos (mit Ausnahme der Lidgeckos) haben durchsichtige miteinander verwachsene Lider und auch dritte Augenlider, die durchsichtig und z.B. ein Schutz beim Schwimmen sind, kommen vor. Am auffälligsten ist das Chamäleon-Auge, dessen undurchsichtige Lider einen Ring bilden, der nur die Pupille freilässt. Beide Augen sind unabhängig voneinander beweglich und ergeben ein sehr weites Gesichtsfeld. Der Aufbau der Netzhaut und die Pupillenform kann ebenfalls, wie z.B. bei den Geckos, unterschiedlich sein je nachdem ob die Tiere nacht- bzw. dämmerungsaktiv oder tagaktiv sind. Neben der Tränendrüse besitzt das Reptilienauge noch die sog. Hardersche Drüse. Gehörsinn: Das Ohr endet ohne äußeren Anteil mit dem Trommelfell seitlich am Kopf; letzteres ist bei manchen Echsen unter einer Schuppe verborgen. Schlangen fehlt das Trommelfell und damit das Hörvermögen. Auch den anderen Kriechtieren wurde ein Hörvermögen aberkannt und ihnen nur eine Reaktion auf Vibrationen zugestanden. Der Gehörsinn ist aber durchaus vorhanden, vor allem bei Arten, die zur Lautbildung in der Lage sind. Das Innenohr ist Sitz des Gleichgewichtssinnes. Tastsinn: vor allem freie Nervenendigungen in der Haut. Geruchsinn: diesem dienen die Nasenhöhlen und das im Gaumendach befindliche Jacobsonsche Organ. Geschmackssinn: ist im Maulbereich lokalisiert; Geschmacksknospen u.a. am Gaumen, auf der Zunge, an der Scheiden der Giftzähne. Temperatursinn: freie Nervenendigungen in der Haut; spezielle Organe sind die beiden Grubenorgane (Lorealgruben) der Grubenottern und die Lippengruben (Labialgruben) der Ober- und Unterlippenschilde der Riesenschlangen; dienen zur Wahrnehmung warmblütiger Beutetiere in der Dunkelheit.
Wichtig:
• Es bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Arten, sowohl in anatomischer und physiologischer Hinsicht, in Bezug auf ihre Umweltbedürfnisse, Bewegungsmuster, sozialen Strukturen usw.
• Es ist daher unbedingt notwendig ein Individuum zumindest der richtigen Art, wenn nicht sogar Unterart zuzuordnen.
[bearbeiten] Lebensraumansprüche / Temperatur
Die Temperatur beeinflusst Verhalten und Stoffwechsel der Kriechtiere erheblich. Je mehr sie vom bevorzugten Bereich abweicht, desto mehr lässt die Aktivität nach und wird die Nahrungsaufnahme eingeschränkt. So verweigern Tiere, die zu kalt gehalten werden, meist die Nahrung. Die Temperaturansprüche verändern sich auch je nach Aktivität. Es ist daher wichtig dass im Terrarium ein Sonnenplatz eingerichtet ist, der eine Erwärmung über die Umgebungstemperatur hinaus ermöglicht. Auch ein Tag-Nacht-Unterschied kann angezeigt sein. Vor allem Echsen und Schlangen nutzen nicht nur die Luft- sondern auch die Bodentemperatur. Ist die Luft kühl, werden erwärmte Unterlagen aufgesucht. Handelt es sich dabei um eine Terrarienleuchte, sind Verbrennungen nicht auszuschließen. Die Temperatur beeinflusst auch Fortpflanzung und Entwicklung. Die niedrigen Temperaturen ermöglichen die Gonadenreifung, die Temperatur während der Eientwicklung entscheidet über das Geschlecht (temperaturabhängige Geschlechtsdetermination z.B. bei Schildkröten) und es sind vor allem Arten, die bis in den Norden Europas vordringen, die ovovivipar sind, da hier eine Entwicklung der Eier im Boden nicht möglich wäre.
Wichtig:
• Die Haltungstemperatur ist eines der wesentlichsten Kriterien bei der Terrarienhaltung.
• Es besteht ein Unterschied zwischen der Vorzugstemperatur - erfüllt die Temperaturanforderungen der jeweiligen Art – und der Aktivitätstemperatur – für aktive Phasen wie Nahrungsaufnahme oder Paarung erforderlich. Letztere kann großen Schwankungen unterworfen sein und sich im oberen Bereich dem Letalpunkt nähern.
[bearbeiten] Lebensraumansprüche / Licht
Von höhlenbewohnenden Arten abgesehen, die lichtunabhängig sind, kann man Kriechtiere in tagaktive, dämmerungsaktive und nachtaktive Arten einteilen. Sie unterscheiden sich z.B. durch ihre Färbung, die Größe der Augen und die Form der Pupille. Nächtlich lebende Geckos sind unauffälliger gefärbt als z.B. die Madegassischen Taggeckos. Bei Schildkröten und Echsen sind die meisten Arten tagaktiv, bei Schlangen ist der Anteil tag- und nachtaktiver Arten etwa gleich groß. Die Aktivität kann aber in Abhängigkeit von äußeren Einflüssen wechseln: Manchen Schlangenarten sind im Frühjahr und Herbst tagaktiv, im Sommer dagegen bei hohen Temperaturen dämmerungs- oder nachtaktiv.
Wichtig:
• Der UV-Anteil des Sonnenlichts ist für die Vitamin-D-Synthese von größter Bedeutung.
[bearbeiten] Lebensraumansprüche / Luftfeuchtigkeit
Darunter versteht man den Anteil an Wasserdampf (gasförmigem Wasser) in der Luft. Die Luftfeuchtigkeit ist ein wesentlicher Parameter für den Wasserhaushalt von Pflanzen und Tieren, schützt vor Austrocknung und spielt eine Rolle bei der Hautatmung. Abhängig von der Temperatur kann Luft eine bestimmte Menge an Wasserdampf als Luftfeuchte aufnehmen – bei höheren Temperaturen mehr als bei niedrigen Temperaturen. Enthält Luft die für eine bestimmte Temperatur maximale Wasserstoffmenge (g/kg Luft) und sinkt dann die Temperatur tritt der überschüssige Wasserdampf als Flüssigkeit in Form von Niederschlag (z.B. Tröpfchen) in Erscheinung. Beispiel: 7,6 g/kg Wasserdampf entspricht bei 34,4 °C einer Luftfeuchte von 20 %; bei 6,8 °C sind es 100 % sinkt die Temperatur weiter entsteht Kondenswasser bzw. Nebel.
Wichtig:
• Die Nebel-/Taubildung durch Temperaturänderungen im Tag-Nacht-Rhythmus ist für viele Terrarientiere, z.B. junge Chamäleons die Grundlage zur Deckung ihres Flüssigkeitsbedarfes.
• Da dabei sog. Stocknässe und in der Folge Schimmelbildung auftreten kann, muss in einem Terrarium ein Luftaustausch möglich sein.
[bearbeiten] Ernährung
Die Qualität eines Futtermittels hängt von der Art seiner Inhaltsstoffe und dem Anteil dieser Stoffe bzw. deren Verhältnis zueinander ab, aber auch inwieweit eine bestimmte Reptilienart diese Inhaltsstoffe verwerten kann oder diese ev. gar schädlich sind. Die mit der Nahrung aufgenommenen Stoffe lassen sich entweder den Energieträgern zuordnen (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) oder den Funktionsträgern (z.B. Proteine, Vitamine, Mineralstoffe, Wasser). Proteine (Eiweiße) sind an fast allen biologischen Prozessen beteiligt und daher für den tierischen Organismus unverzichtbar. Sie bestehen aus Aminosäuren und das Aminosäurenmuster bestimmt den biologischen Wert des Eiweißes. Für alle Tiere entscheidend ist die Zufuhr der sog. essentiellen = lebenswichtigen Aminosäuren über die Nahrung, da diese vom Organismus nicht selbst hergestellt werden können. Ob man Futter mit tierischem oder pflanzlichem Eiweiß verfüttert, hängt vom artspezifischen Nahrungsschema ab. Fette werden entweder im Betriebsstoffwechsel verbrannt oder in Form von Depotfett gespeichert. Kohlenhydrate: Sammelbegriff für alle Zucker. Dazu zählen z.B. Glucose, Lactose, Stärke, Cellulose und Chitin. Werden vor allem mit pflanzlicher Nahrung zugeführt und sind wichtiger Energielieferant.
Nährstoffgehalt des Futters Die Unterscheidung in verschiedene Ernährungstypen erlaubt Futterempfehlungen in Abhängigkeit vom Nährstoffgehalt des Futters
Empfehlungen zum Nährstoffgehalt im Reptilienfutter in % der Futterenergie (Stahl and Donoghue, 2000):
| Carnivore | Omnivore | Herbivore | |
| Rohprotein | 25-60 | 15-40 | 15-35 |
| Rohfett | 15-30 | 5-20 | < 5 |
| Rohfaser | < 10 | 20-75 | 55-75 |
Nährstoffgehalt von Futterinsekten
| Wasser | Roh-protein | Rohfett | Vitamin A | Vitamin E | Calcium | Phosphor | |
| % | % TS | % TS | IU /kg TS | mg/kg/TS | % TS | % TS | |
| Mehlwürmer | 62,9 | 51,8 | 31,1 | 811 | 30 | 0,12 | 1,42 |
| Grille | 73,2 | 64,3 | 22,8 | 811 | 81 | 0,21 | 0,78 |
| Wachsmottenlarve | 61,9 | 41,2 | 51,4 | 150 | 509 | 0,06 | 1,20 |
| Seidenspinnerlarve | 82,7 | 53,7 | 20,2 | 665 | 4 | 0,90 | 1,37 |
- aufgezogen mit Maulbeerblättern; wenn anders gefüttert, geringere Ca-Gehalte
Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen, die vom Organismus nicht oder nur in unzureichender Menge synthetisiert werden können und daher mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Fettlösliche Vitamine (Vit. A, D, E, K) können gespeichert werden, wasserlösliche (Vit. B, C, Biotin) hingegen nicht. Sowohl Vitaminmangel als auch Vitaminüberschuss kann Krankheiten auslösen (Hypovitaminose/Avitaminose bzw. Hypervitaminose). Je nach Ernährungstyp ist der Vitaminbedarf einzelner Reptilienarten unterschiedlich. Während für Schmuckschildkröten eine Supplementierung (Nahrungsergänzung) mit z.B. Vit.A angezeigt sein kann, führen wiederholte Gaben dieses Vitamins bei Landschildkröten zu massiven Hautschäden. Vit.D ist für die Knochen- und Panzerfestigkeit in jeder Altersstufe wichtig. Es fördert im Darm die Calciumaufnahme ins Blut. Ist allerdings zuviel Vit.D im Körper vorhanden, z.B. durch wiederholte Gaben, dann kann Calcium, wenn es im Futter fehlt, aus den Knochen herausgelöst werden, was wiederum eine Skeletterkrankung zur Folge hat. Besser ist es durch UV-Licht die Synthese des Vit.D aus seinen Vorstufen (Provitaminen) in der Nahrung zu bewirken.
Mineralstoffe: anorganische Nährstoffe, die mit der Nahrung zugeführt werden; zu ihnen zählen auch die Spurenelemente. Bei Reptilien ist ein Calcium-Phosphor-Verhältnis
Ca:P = > 2:1 erstrebenswert. Je phosphorreicher ein Futtermittel, desto mehr Kalk muss zugefüttert werden. Kalkmangel kann nicht nur zu Skeletterkrankungen führen sondern auch Grund für Legenot sein. Bei carnivoren Reptilien ist eine ausgewogene Mineralstoffzufuhr gewährleistet.
Calcium- und Phosphorgehalt einiger Futtermittel (mg/100g Frischsubstanz; Elmadfa et al., 1993):
| Ca | P | Ca | P | ||
| Fleisch, Fisch, Ei, Milch | Gemüse | ||||
| Rindfleisch | 10 | 160 | Kopfsalat | 30 | 20 |
| Schweinefleisch | 10 | 140 | Karotten | 50 | 35 |
| Hühnerleber | 7 | 240 | Spinat | 120 | 60 |
| Herz (Schwein) | 6 | 220 | Kartoffeln, ungeschält | 10-20 | 55 |
| Hering | 40 | 150 | Luzerne, frisch | 3 | 0,5 |
| Dorsch | 6 | 100 | Luzerne, getrocknet | 13,5 | 2,6 |
| Ei, ohne Schale | 60 | 200 | Wiesengras | 1 | 0,6 |
| Magertopfen | 70 | 190 | |||
| Obst | |||||
| Hefe | Äpfel | 9 | 10 | ||
| Hefe, getrocknet | 300 | 1300 | Birnen | 15 | 20 |
| Bananen, ohne Schale | 7 | 30 | |||
| Pflaumen | 15 | 20 |
Ballaststoffe: bei denen nicht der Nährwert im Vordergrund steht sondern die Funktion des Verdauungssystems.
Wichtig:
• Die Zusammensetzung des Futters muss sich am Nahrungsspektrum der jeweiligen Art, dem Energiebedarf (z.B. eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit), am Alter (Jungtiere, Adulti) und auch an den Reproduktionsphasen orientieren.
• Das Anbieten von Futter, das tierisches Eiweiß enthält, an herbivore Arten kann zu Krankheiten führen: Hände weg von Katzen- und Hunde-Dosennahrung oder Fleisch für Landschildkröten, Grüne Leguane und Co.
• Bei der Ergänzungsfütterung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist sorgsam umzugehen; zuviel ist genauso schlecht wie zuwenig
Temperatur
Als Ektotherme sind Reptilien zum Verdauen der Nahrung auf die artgemäßen Temperaturbereiche angewiesen; Nahrungsverweigerung oder Auswürgen unverdauter Nahrung (Schlangen) ist meist auf zu niedrige Temperaturen zurückzuführen.
Häufigkeit der Fütterung
• Aktive Tiere/Jungtiere/Herbivore: täglich
• Je kleiner das Tier desto öftere Fütterung
• Insektivore alle 2 bis 3 Tage
• Große Echsen: 1 bis 2 mal wöchentlich
• Riesenschlangen/große Giftschlangen: alle 2 bis 6 Wochen je nach Größe der Beutetiere (Jungtiere 1 mal wöchentlich; erste Futteraufnahme i.d.R. nach der ersten Häutung)
Nahrungskarenz bei Schlangen in Zusammenhang mit der Häutung oder Trächtigkeit; gut genährte Riesenschlangen vermögen mehrere Monate ohne Nahrung auszukommen. Meist ist die Gefahr einer Überfütterung größer als die des Verhungerns.
Hinweise zur Fütterung
Die Qualität der Futtertiere kann durch entsprechende Ernährung derselben beeinflusst werden.
Bei Fütterung carnivorer Reptilien in der Gruppe kann es zu Beißereien kommen; u.U. kann es passieren, dass mit dem Futtertier der daranhängende Artgenossen in Gefahr kommt, verschluckt zu werden.
Lebende Futtertiere, vor allem Mäuse und Ratten, nie unkontrolliert im Terrarium belassen. Vor allem bei schwachen/kranken Schlangen besteht die Gefahr angebissen und u.U. erheblich verletzt zu werden.
Verschmähte Futtertiere vernichten: nie in verschiedenen Terrarien anbieten (Erregerübertragung)
Fütterungspraxis:
Mischfuttermittel als
• Alleinfutter
• Ergänzungsfutter
• „Beifutter“
Alleinfutter ist kein Alleinfutter, wenn es sich z.B. um Lyophilisate aus Mehlwürmern oder Heimchen handelt; es müssen zusätzlich Kalk und Vitamine zugefüttert werden.
Herstellungsform
• pelletiert
• extrudiert
• schrotförmig
• Tabletten
• Lyophilisate
• Pulver
• Flüssigpräparate
Evertebraten (Wirbellose) als Futtertiere:
Meist unausgewogen Nährstoffzusammensetzung (v.a. der Larven):
mehr P als Ca
hoher Rohfettgehalt, 2 – 6 %
hoher Rohproteingehalt, 44 – 69 %
Beispiele:
Heimchen
Grillen
Heuschrecken
Fliegen
Mehlwürmer
Schaben etc.
[bearbeiten] Terrarien
Reptilien sind in entsprechend dimensionierten und ausgestatteten Terrarien unterzubringen. Einige Arten, v.a. Schildkröten können im Freien (Garten) gehalten werden. Die Freihaltung in der Wohnung ist aus verschiedenen Gründen abzulehnen: 1. ist die Raumtemperatur in unseren Wohnräumen zu niedrig, 2. ist es am Boden am kältesten und zugig, 3. ist die Luftfeuchtigkeit zu gering und 4. ist die Verletzungsgefahr beträchtlich.
Form und Größe
Die Form des Terrariums richtet sich nach den Lebensgewohnheiten seiner Insassen. Bodenbewohnende Arten, die sich auch gerne laufend vorwärtsbewegen, benötigen ein Terrarium mit großer Grundfläche. Für baumbewohnende Reptilien wird man ein hohes Terrarium mit vergleichsweise geringer Bodenfläche wählen.
Das noch immer am besten geeignete Material ist Glas, das mit Silikon geklebt (häufigste Art) oder in Metallrahmen eingepasst wird. Am besten bewähren sich Schiebetüren, die man zuschließen kann. Die Möglichkeit einer mittigen Abtrennung ist überlegenswert, um bei Arbeiten im Terrrarium aggressive oder giftige Pfleglinge absondern zu können.
Um eine entsprechende Luftzirkulation zu gewährleisten werden seitlich oder in der Deckplatte Gitterkonstruktionen oder Gazestreifen eingepasst.
Für die Größe gilt, dass ein Terrarium nie groß genug sein kann. Eine Ausnahme bilden Behältnisse für Jungtiere, die aus praktischen Gründen nicht zu groß sein sollen. Aber man ist gut beraten, wenn man sich die Größe des adulten Tieres vorstellt und dann gleich überlegt, ob man für ein entsprechend großes Terrarium Platz hat (v.a. wenn man klein begonnen hat). Im österreichischen Tierschutzgesetz bzw. in der 2. Tierhalteverordnung sind Richtwerte für Terrariengrößen angegeben, die auf keinen Fall unterschritten werden dürfen.
Standort
Neben der Standfestigkeit der Unterlage ist zu beachten, dass dauernde Sonneneinstrahlung vermieden wird. Auch Räume, die stark von den menschlichen Bewohnern genutzt werden, sind ungünstig, weil es dadurch zu einer dauernden Beunruhigung der Tiere kommen kann. Am günstigsten ist ein Standort, der nur von vorne zugänglich ist.
Terrarienarten
Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen Terrarien und Aquaterrarien (Paludarien); bei den Terrarien wiederum zwischen trocknen (Wüstenterrarien) und feuchten (Regenwaldterrarien). Von diesen beiden gibt es wieder Abweichungen v.a. hinsichtlich Temperatur.
Das Wüsten- (Trocken)terrarium zeichnet sich durch hohe Temperaturen bei Tag und niedrigen bei Nacht aus. Daher wird im Terrarium nächtens die Heizung abgeschaltet und mit Raumtemperatur gefahren.
Aber auch untertags müssen den Tieren verschieden warme Bereich geboten werden – sog. Temperaturorgel. Das wird durch die Anordnung der Heizelemente und der Beleuchtung erreicht.
Das Regenwald- (Feucht)terrarium ist durch relativ konstante Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit gekennzeichnet.
Das Aquaterrarium/Paludarium ist eine Kombination von Aquarium und Terrarium. Der Landteil – etwa 1/3 - sollte befestigt und für die Tiere gut erreichbar sein. Er dient als Sonnenplatz und auch zur Eiablage. Der Wasserteil ist mit einem Filter auszustatten, der größer dimensioniert sein muss als ein Aquarienfilter bei gleichem Wasservolumen. Die Temperaturen im Wasser und an Land dürfen nicht zu stark voneinander abweichen.
Eine Sonderform stellen sog. Gazeterrarien dar, die für die Haltung von Chamäleons empfohlen werden.
Das Freilandterrarium bietet sich für die Haltung heimischer Arten (Naturschutz und Artenschutz beachten!) oder solcher aus gemäßigten Klimazonen an. Es muss entsprechend groß sein, ausbruchsicher (nicht zu überklettern oder zu unterwandern), Unterstellmöglichkeiten bieten und ev. abgedeckt/überspannt sein um Katzen, Marder, Krähen etc. fernzuhalten. Der Gartenteich ist für die Haltung wasserlebender Arten geeignet. Sollen diese hier auch überwintern, muss er ausreichend tief sein.
Wichtig:
• Aquarien sind für die Haltung von Reptilien nicht geeignet: Wasserschildkröten, die keine Möglichkeit haben an Land zu gehen, verschwenden sehr viel Energie durch die dauernde Schwimmbewegung. Die Fütterung kann eine negative Energiebilanz nicht ausgleichen.
• Wenn Fische und Wasserschildkröten gemeinsam gehalten werden sollen, besteht die Gefahr, dass erstere nur als Futtertiere angesehen werden.
[bearbeiten] Technische Ausstattung / Heizung
Zur Beheizung stehen verschiedene Systeme zur Auswahl, die im oder außerhalb des Terrariums angebracht werden können., Das natürlichste ist die Wärme von oben wie auch in freier Natur; diese erreicht man durch Installation von Lampen wie z.B. Infrarot-Lampen. Sind diese im Terrarium untergebracht werden sie mit einem Gitter geschützt um Schlangen daran zu hindern, sich um die Lampe zu wickeln. Heizmatten sind eine einfache und praktische Möglichkeit. Sie werden am Boden angebracht oder – bevorzugt im Feuchtterrarium um ein Austrocknen des Bodengrundes zu verhindern – an einer Seitenscheibe. Am Boden/im Bodengrund können auch Heizkabel verlegt werden. Eine Bodenheizung im Terrarium ist bei wühlenden/grabenden Arten nicht angezeigt! Um eine sog. Temperaturorgel zu schaffen, wird nicht der gesamte Bodenbereich beheizt. Zur gezielten Wärmeregelung werden Thermostate eingesetzt. Eine Zeitschaltuhr kann die Heizungsdauer regeln. Heizsteine (echt oder aus Kunststoff) können zum Erreichen der Aktivitätstemperatur eingesetzt werden; sie erhöhen aber auch die Raumtemperatur in der unmittelbaren Umgebung.
Wichtig:
• Wärmestrahlung muss immer mit Beleuchtung gekoppelt sein, da in freier Wildbahn Licht (Sonne) gleich Wärme ist. Fehlt das Licht, verweilen Reptilien u.U. zu lange auf einer heißen Unterlage oder unter einer Infrarot-Lampe und können Verbrennungen davontragen.
[bearbeiten] Technische Ausstattung / Beleuchtung
Auch bei der Beleuchtung ist zu überlegen für welche Tierart sie bestimmt ist, v.a. ob es sich um tag- oder nachtaktive Reptilien handelt und für welchen Terrarientyp sie vorgesehen ist. Meist wird man verschiedene Leuchtkörper kombinieren, z.B. Leuchstoffröhren, die im sichtbaren Strahlungsbereich dem Sonnenlicht entsprechen (sog. Vollspektrumröhren) und solche mit einem hohen Anteil an UV-Licht (UV-A und UV-B). In der Wüste ist die Strahlungsintensität auch in Bodennähe sehr hoch, im Regenwald dagegen relativ gering, nimmt aber mit der Höhe zu. Daher verlangt z.B. das Wüstenterrarium eine andere Beleuchtung als das Regenwaldterrarium. Neben Leuchstoffröhren können auch sog. Gasentladungslampen wie Halogenmetalldampflampen (HQI) oder Quecksilberdampflampen (HQL) verwendet werden. Auch UV Mischlicht-Reflektorstrahlen werden angeboten, die UV-A-, UV-B- und Infrarotstrahlung liefern. Bei Betrieb mit Leuchstoffröhren wird der Einsatz elektronischer Vorschaltgeräte empfohlen; diese senken den Stromverbrauch und erhöhen die Lebensdauer der Röhre. Gasentladungslampen müssen mit einem Vorschaltgerät betrieben werden. Alle Beleuchtungskörper sollten mit Reflektoren ausgestattet sein, die das Licht bündeln und die Lichtausbeute erhöhen. Mit Zeitschaltuhren kann auch die Beleuchtungsdauer geregelt werden, die je nach Herkunft (Klimazone) des Tieres und Jahreszeit unterschiedlich sein kann.
Wichtig:
• UV-Strahlen, die für die Synthese des Vit.D unverzichtbar sind, wirken nicht durch Glasscheiben!
• Die Beleuchtung ist auch für die Pflanzen im Terrarium lebensnotwenig
• Die Strahlungsintensität muss der Terrarienhöhe angepasst werden
[bearbeiten] Technische Ausstattung / Luftfeuchtigkeit
Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium liegt meist erheblich über der des Raumes (>50 bis 60%). Die Angaben in der Literatur sind oft schwierig zu interpretieren, wenn z.B. bei Boa constrictor ein Wert von 60 bis 90% angegeben wird. Das hängt damit zusammen, dass bei manchen Arten auch Unterarten vorkommen, die einen anderen Lebensraum besiedeln. Luftfeuchtigkeit kann auch saisonal bedingte Schwankungen aufweisen. Am einfachsten und wenn sie nicht sehr hoch sein muss, genügt ein- oder mehrmaliges tägliches Besprühen mit einer Blumenspritze. Auch Wasserfälle leisten gute Dienste. Reicht das nicht aus wird man auf Sprüh- oder Nebelanlagen (z.B. Ultraschall Vernebler) zurückgreifen müssen
Wichtig:
• Es lohnt sich die Anschaffung eines Hygrometers (und auch eines Thermometers) um das Terrarienklima überprüfen zu können.
[bearbeiten] Pflanzen und Dekoration / Bodengrund
kann unterschiedlich beschaffen sein und hängt von der Lebensweise des Tieres und der Art des Terrariums ab. Er ist nicht nur „Fußboden“ sondern trennt z.B. die Tiere vor Heizelementen, dient als Substrat für Pflanzen, zum Anlegen von Wohnhöhlen und ist wichtig für die Eiablage. Verschiedene Materialien kommen zur Anwendung wie Torf, Erde, Lehm, Sand oder Mischungen davon. Im Regenwaldterrarium besteht die Gefahr der Flüssigkeitsansammlung im Bodenbereich. Daher ist die unterste Schicht zum Aufnehmen überschüssigen Wassers bestimmt, das auch den Pflanzen zur Verfügung steht. Diese Schicht kann z.B. aus Blähton bestehen. Darauf kommt dann ein Sand-Torf-Gemisch, ungedüngte Blumenerde oder eine Lehmschicht. Darüber kann dann noch eine Schicht Laub oder Moos aufgebracht werden. Im Wüstenterrarium entfällt die „Entwässerungsschicht“, der Bodengrund besteht aus Sand oder einem Sand-Lehmgemisch. Der Sand darf keine scharfkantigen Anteile enthalten. Deckt man einen Teil des Bodens mit Steinplatten ab, können Landschildkröten dort ihre Krallen abwetzen.
[bearbeiten] Pflanzen und Dekoration / Dekoration bzw. Einrichtungsgegenstände
Vielfach sind Steinaufbauten zu Dekorationszwecken erwünscht, können aber den Bewohnern auch Unterschlupf in Form von Höhlen bieten. Sollten diese Konstruktionen zu schwer werden, wird man auf Landschaften aus leichteren Materialien (aus dem Baustoffhandel) ausweichen müssen. Vor allem bei der Verwendung von Steinen ist dafür zu sorgen, dass die unterste Platte nicht untergraben werden kann und der Aufbau nicht in sich selbst zusammenstürzt. Auch Seiten- und Rückenwände können durch Platten aus Stein oder anderen Materialien wie Kork, Kokosfaser oder Xaxim verkleidet werden und so auch einen Sichtschutz bieten. Xaxim Platten (Achtung: Herkunftsnachweis erforderlich) sind auch ein gutes Substrat für verschiedene Pflanzen. Wurzeln und Kletteräste sind nicht nur Dekoration; sie sind Aufenthaltsort, bieten Unterschlupf und werden von Schlangen bei der Häutung benötigt. Die Beschaffenheit der Rinde sollte auf die Tierart abgestimmt werden. Haftzeher (Geckos) und Saumfinger (Anolis) kommen mit glatten Stämmen zurecht, Krallenzeher brauchen Äste/Stämme mit rauer Oberfläche. Chamäleons sind auf Äste angewiesen, die sie mit den Zehen umklammern können, also unbepflanzte Äste. Spitze Enden können für springende Echsen gefährlich werden. Eine feste Verankerung von Baumteilen im Terrarium ist zwingend notwendig. Alle Holzarten, die im Terrarium Verwendung finden, sind auf die Luftfeuchtigkeit abzustimmen. Für Regenwald- und Aquaterrarium sind v.a. Hölzer geeignet, die auch im Aquarium Verwendung finden. Heizsteine s. technische Ausstattung. Wasserfälle sind nicht nur sehr dekorativ, sie erhöhen auch die Luftfeuchtigkeit und regen manchen Arten zum Trinken an. Badegefäße werden von vielen Terrarientieren benützt, da sie gerne im Wasser liegen. Während des Bades wird auch Wasser getrunken bzw. über Hautporen aufgenommen. Das Badewasser muss immer entsprechend temperiert sein. Badegefäße sind eine sog. Hygienefalle; da Reptilien beim Baden Harn und Kot absetzen, müssen diese Einrichtungen regelmäßig entleert, gesäubert und mit frischem Wasser gefüllt werden.
[bearbeiten] Pflanzen und Dekoration / Pflanzen
Pflanzen gehören in den meisten Fällen zu den Vorstellungen von einem „schönen“ Terrarium. Ist dieses mit Pflanzenfressern besetzt, wird es jedoch heikel. Da im Terrarium Pflanzen nicht die gleiche Bedeutung haben wie im Aquarium, kann man – wenn nicht ästhetische Gründe dagegen sprechen- auf Plastikpflanzen zurückgreifen. Pflanzen sind als Strukturelement nicht zu unterschätzen, da sie die Revierbildung erleichtern. Im Trockenterrarium ist es angezeigt Pflanzen in Töpfe einzubringen, um durch das Gießen den Bodengrund nicht zu sehr anzufeuchten. Geeignet sind z.B. Agaven, Dickblattgewächse (Sedum, Sempervivum), Bromelien, Euphorbien, Liliengewächse. Die Eignung von Kakteen wird unterschiedlich beurteilt. Im Feuchtterrarium besteht die Gefahr, dass die Pflanzen „explodieren“. Geeignet sind diverse Epiphyten (Pflanzen, die z.B. Ästen aufsitzen) wie Tillandsien, Farne, Orchideen aber auch viele Pflanzen, die als Topfpflanzen die Wohnung verschönern (so z.B. Aronstabgewächse). Im Wasserteil des Aquaterrariums bewähren sich v.a. Schwimmpflanzen.
Wichtig:
• Das Terrarium kopiert den natürlichen Lebensraum ohne ihn je getreu wiedergeben zu können.
• Es kommt v.a. darauf an die Abweichungen in einem tolerierbaren Bereich, d.h. ohne Stressauslösung zu halten.
• Individuelle Unterschiede sind vorhanden: nicht jedes Tier kann mit gegebenen Umweltverhältnissen gleich umgehen.
• Kontrollierte Reize regen ein Tier an und fördern seine Aktivität, so dass es sein arteigenes Verhaltensmuster zeigt. Wird ein Tier bzw. seine Anpassungsfäigkeit jedoch überfordert, resultieren daraus Stress und ev. körperliche Schäden.
[bearbeiten] Weblinks
- Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde
- www.herpetofauna.at Die Reptilien Österreichs
- Verein Reptilienstation Der Verein Reptilienstation betreibt eine Auffangstation.
- Herpetologosche Terraristische Vereinigung Österreich HTVÖ
- Österreichische Gesellschaft für Herpetologie ÖGH
